Texte von uns

Redebeitrag zu »Manpower«

Diesen kurzen Redebeitrag hielten wir am 24.09.2009 im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Leiharbeit abschaffen" vor der Freiburger Filiale der Leiharbeitsfirma Manpower.

Von der Krise zum Zusammenbruch des Kapitals?

Diskussionsbeitrag zur Podiumsdiskussion über die globale Krise

Vorbemerkung:
Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine erweiterte und überarbeitete Fassung eines Vortrags, den wir bei der Podiumsdiskussion „Von der Krise zum Zusammenbruch des Kapitals?“ am 13. Mai 2009 im Rahmen des „jour fixe“ der „Initiative Sozialistisches Forum“ (ISF) in Freiburg gehalten haben. Neben unserer Gruppe nahmen noch Joachim Bruhn (ISF, Freiburg), Lothar Galow-Bergemann (Gruppe „Emanzipation und Frieden“, Stuttgart) und als Moderator Christian Stock (Informationszentrum 3. Welt, Freiburg) daran teil.

Von der Krise zum Zusammenbruch des Kapitals?

In der Diskussion tauchen immer wieder folgende Erklärungsmuster als scheinbare Begründungen für die Krise auf:

• Die Krise sei eine Finanzkrise
• Die Gier vorwiegend amerikanischer Banker und Spekulanten sei die Ursache der Krise
• (sehr beliebt in linken Kreisen ist) Der Neoliberalismus sei die Ursache der Krise und nun augenscheinlich gescheitert
• Die Krise sei letztes Jahr mit dem Platzen der US-Immobilienblase ausgelöst worden
• Die Krise könne durch mehr staatliche Regulation überwunden werden

Im Folgenden soll kurz gezeigt werden, dass all diese Annahmen falsch sind.

Leben für den totalen Markt?

Gegen Leiharbeit und die fortschreitende Verschlechterung unserer Lebensbedingungen

Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter sind die ersten Opfer der Wirtschaftskrise. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft sind seit Ende des vergangenen Jahres bis zu 150.000 von ihnen entlassen worden. Damit endete der jahrelange Boom der Leih- bzw. Zeitarbeit, der im Juni 2008 mit 794.363 bei den Arbeitsagenturen gemeldeten LeiharbeiterInnen den Höhepunkt erreicht hatte. Für die Unternehmen war genau das der Sinn der Leiharbeit: In Zeiten des Aufschwungs wird die „Flexibilität“ der Lohnabhängigen genutzt, um billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen; in Zeiten des Abschwungs dient sie dazu, diese Arbeitskräfte möglichst problemlos wieder entlassen zu können, wenn sie nicht mehr gebraucht werden.

A better life for you and me!

Die große Krise führt es den Proletarisierten in aller Herren Länder eindringlich vor Augen: Sie produzieren eine Welt, die nicht die ihre ist und sich ihrer Kontrolle vollständig entzieht, im Aufschwung wie in der Krise. In den vergangenen Jahren hieß es: mehr Verzicht für bessere Zeiten. Jetzt heißt es: mehr Verzicht für weniger schlechte Zeiten.

»Wir zahlen nicht für eure Krise!«

Wie wahr: Wir wollen nicht mehr verzichten. Und wie illusorisch: Natürlich werden wir zahlen. Es gibt keine Krise des Kapitals, die nicht zuerst die Lohnabhängigen treffen würde. Es geht nicht nur um ein paar Milliarden, die »verzockt« wurden und für die nun »die Zocker« zahlen sollten:

Arbeitsplätze verteidigen, Lohnarbeit abschaffen!

Die Deutsche Telekom plant, ihre Call-Center drastisch zu reduzieren und dadurch zahlreiche Menschen in Arbeitslosigkeit zu stürzen. Auch in anderen Bereichen soll gespart werden: Die bundesweit 6000 Beschäftigten der Technikzentren sollen nach einer Auslagerung anstatt wie bisher 34 ganze 38 Stunden schuften — und dafür sogar noch weniger Geld bekommen.

Widerstand ist dringend nötig: Nur durch entschlossene, solidarische Streiks und andere Formen des Widerstands kann die Konzernleitung gezwungen werden, ihre Pläne zurückzunehmen. Gerade in einer Zeit, in der Arbeitslosigkeit dank Hartz-IV mit gesellschaftlichem Ausschluss und Diskriminierung einhergeht, ist die Verteidigung aller Arbeitsplätze lebenswichtig!